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Ein untrügliches Zeichen, dass die Sommerferien begonnen haben: Auf der Gebrüder-Schnell-Terrasse ist ein weisses Zelt aufgespannt, darunter herrscht reges Treiben. Die Teilnehmenden des alljährlichen Bildhauer-Workshops erschaffen während einer Woche ihre Skulpturen aus Sandstein. Nach einer Vernissage sind die Kunstwerke eine weitere Woche für die Öffentlichkeit ausgestellt. So auch dieses Jahr – jedoch mit einem wesentlichen Unterschied: Nach dem Abbau der Ausstellung auf der Schnell-Terrasse wurde die Arbeit fortgesetzt. Im Turm der alten Stadtmauer gleich neben Pfarrhaus und Stadtkirche ist weiter gemeisselt und geschliffen worden. Dies aus einem besonderen Grund.
555 Jahre ist es her, dass Schultheiss und Rat der Stadt Burgdorf beschlossen haben, eine neue, grössere Kirche zu bauen. Mit unterschiedlichen Anlässen feiern wir übers Jahr verteilt dieses schnapszahlige Jubiläum. Dass es dabei auch zu einer Zusammenarbeit mit dem Bildhauer-Workshop gekommen ist, freut uns sehr. So konnte mit kunstvoller Arbeit am Sandstein unsere aus dem gleichen Werkstoff errichtete Kirche gewürdigt werden. Zu verdanken ist diese Zusammenarbeit in erster Linie Thomas Maier, der den Verein «Bildhauer Workshop» präsidiert. Nach einer ersten Kontaktaufnahme zeigte er sich sogleich interessiert an der Idee, unser Jubiläum in Stein zu hauen.
Unter fachkundiger Anleitung des Bieler Bildhauers Felice Bottinelli haben so neun Händepaare während dreier Tage ein sich aus drei Fünfen zusammensetzendes Kunstwerk erschaffen. Mehr als die Hälfte der Leute, die am regulären Workshop teilgenommen hatten, haben auch bei der Gestaltung dieser Plastik mitgewirkt. Für den Vorstand des Vereins war dies ein willkommenes Schaufenster. Zahlreiche Menschen, die während der Sommerzeit unsere Kirche besuchen und deren Kühle geniessen, haben die Erschaffung der Skulptur interessiert mitverfolgt.
Nach einer Stadtkirchenführung durch den ehemaligen kantonalen Denkmalpfleger Prof. Dr. Jürg Schweizer wurde das Kunstwerk am 7. August feierlich enthüllt. Es befindet sich nun an der Mauer, welche die Rasenfläche östlich der Kirche einschliesst. Für Ewigkeiten erstarrt wird es kaum bleiben. Wind und Wetter werden weiter wirken.
Pfarrer Manuel Dubach