Wegen Gesundheit: Jugendliche konsumieren weniger Drogen
Die Reformierte Kirche Burgdorf führte im letzten Jahr bei mehreren 9. Klassen in Burgdorf Präventions-Workshops durch. Die Befragung von 55 Jugendlichen zeigt, dass ihr regelmässiger Konsum von Alkohol und Nikotinprodukten deutlich geringer ist als in der repräsentativen HBSC-Studie. Gleiches gilt für den Konsum von Rauschhanf. Die ausgeprägt ablehnende Haltung gegenüber legalen und illegalen Drogen wird vor allem mit gesundheitlichen Bedenken begründet. Zudem spielt die Einstellung der Eltern eine wichtige Rolle. Eine zusätzliche Befragung zur Lebensqualität in Burgdorf bestätigt, dass viele Jugendliche mit den vorhandenen Angeboten zufrieden sind. Kritisch angemerkt wird jedoch der Mangel an geeigneten Treffpunkten für Jugendliche.

Die Befragung wurde jeweils am Ende des Workshops schriftlich und anonymisiert durchgeführt. Das Durchschnittsalter der Jugendlichen lag bei 14.9 Jahren. Die Befragten konnten nicht nur Rückmeldungen zum Workshop geben, sondern auch ihr persönliches Konsumverhalten sowie die Gründe dafür angeben. Zudem hatten sie die Möglichkeit mitzuteilen, wie wohl sie sich in Burgdorf fühlen..
Der mindestens monatliche Konsum liegt bei den befragten Jugendlichen auf sehr tiefem Niveau:
- Alkohol: 5.46 %
- Rauchen: 1.82 %
- Snus, Nikotinbeutel, Schnupftabak: 3.64 %
- Vapen/Dampfen sowie Kiffen: jeweils 1.82 %
Im Vergleich zur aktuellen repräsentativen HBSC-Studie liegen diese Werte deutlich darunter.
Als Hauptgrund für den Nichtkonsum geben 76.4 % gesundheitliche Bedenken an – sie möchten sich mit dem Konsum nicht schaden (Mehrfachnennungen waren möglich). Für 41.8 % ist der Nichtkonsum auch darauf zurückzuführen, dass ihre Eltern dies nicht gut fänden. Dies zeigt, dass trotz wachsender Bedeutung der Peers die Eltern weiterhin einen starken Einfluss auf das Konsumverhalten ihrer Kinder haben.
Ein weiterer zentraler Befund betrifft die Lebensqualität in Burgdorf. 60 % der Jugendlichen finden, dass in Burgdorf genügend für sie getan wird. Allerdings bemängeln 32.7 % der Befragten, dass es zu wenig geeignete Räume – sowohl innen als auch aussen – und entsprechend zu wenig Begegnungsmöglichkeiten gibt. Auch der Sozialraumanalysebericht der Stadt Burgdorf bestätigt diesen Befund. «Es freut mich, dass das Gesundheitsbewusstsein bei Jugendlichen sehr ausgeprägt ist und Eltern aktiv dazu beitragen. Die Reformierte Kirche kann dank dem Begegnungszentrum Neumatt einen zusätzlichen Beitrag zu mehr gewünschten Räumen für Jugendliche leisten, sobald der Umbau abgeschlossen ist», so Markus Wildermuth vom Begegnungszentrum Neumatt.
Für Rückfragen
Begegnungszentrum Neumatt
Markus Wildermuth
Co-Leiter
034 422 72 21
markus.wildermuth@ref-kirche-burgdorf.ch
Weitere Informationen
Sozialraumanalyse 2024 Burgdorf (2024). Bericht Freizeitbereich. Online abrufbar unter
https://jugend.burgdorf.ch/jubu-wAssets/docs/Sozialraumanalyse-Burgdorf-Bericht-2021-2024-Schlussversion.pdf
Deelgrande Jordan, M., Balsiger, N. & Schmidhauser, V. (2023). La consommation de substances psychoactives des 11 à 15 ans en Suisse – Situation en 2022 et évolution dans le temps – Résultats de l’étude Health Behaviour in School-aged Children (HBSC).
https://www.hbsc.ch/de/publikationen/2022.html
Präventions-Workshops Ref. Kirche Burgdorf
https://www.ref-kirche-burgdorf.ch/angebote/kinder-familie/workshops-f%C3%BCr-oberstufenklassen